Was sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Beide Erkrankungen sind chronische Entzündungen des Verdauungstraktes. Morbus Crohn kann vom Mund bis zum After im gesamten Verdauungstrakt auftreten, Colitis ulcerosa beschränkt sich auf den Dickdarm. In Deutschland sind ca. 300.000 Menschen an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt, wobei die Krankheiten oft im jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal ausbrechen.

Die Hauptsymptome beider Krankheiten sind in der Regel Durchfall, auch mit Blut und Schleim vermischt, Bauchschmerzen, Übelkeit, Gewichtsverlust sowie mitunter schwere Beeinträchtigungen der körperlichen Befindlichkeit. Begleitend können Gelenkschmerzen und Entzündungen der Augen und der Haut auftreten.

Oft ist eine erhebliche Reduzierung der allgemeinen Leistungsfähigkeit Folge der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Betroffenen sind dann schnell erschöpft, obwohl man ihnen ihre Krankheit oft nicht auf den ersten Blick ansieht. Das kann dazu führen, dass sich die Betroffenen vom Partner, Freunden, der Familie oder den Kollegen mitunter unverstanden und allein gelassen fühlen.

Auf Phasen mit mehr oder weniger starkem Krankheitsgeschehen folgen oft längere beschwerdefreie Zeiten. Auch ein latenter, gleichmäßiger Krankheitsverlauf ohne Höhen und Tiefen ist möglich. In der Regel verlaufen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa chronisch, das heißt, sie begleiten die Betroffenen das ganze Leben lang. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich dabei ständig krank fühlen muss.

Die genauen Ursachen sind trotz intensiver Forschungen noch nicht bekannt. Man vermutet heute, dass eine genetische Veranlagung das körpereigene Immunsystem der Betroffenen dazu bringt, auf in der Nahrung enthaltene Bakterien oder andere Nahrungsbestandteile mit einem abnormen, überschießenden Immungeschehen zu reagieren. Zum Ausbruch der Krankheiten reicht die genetische Disposition allein nicht aus, es müssen noch andere Faktoren eine Rolle spielen, die zur Zeit aber noch unbekannt sind.

Als Auslöser für die Krankheitsschübe gelten in erster Linie Stress, Überforderung, Konfliktsituationen oder einschneidende Veränderungen der Lebensumstände